Samstag, 29. Dezember 2018
Eskalation Maximum - eine Weihnachtsgeschichte?
O. ist eine Woche vor Weihnachten zum Jugendamt gegangen und hat erklärt nicht mehr zur Mutter zu wollen, sondern zu mir.
Das Jugendamt hat gesagt, dann musst Du ins Heim. O. hat gesagt, sie will lieber zu mir. Die Mutter hat zugestimmt, O. soll ins Heim - Hauptsache nicht zu Papa.

Nun scheint Heim ein dehnbarer Begriff zu sein. Sie ist in der Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterbracht …

Da die Mutter das alleinige Sorgerecht hat, kann ich rechtlich nichts machen. Mit Druck vom Dezernat hat das Jugendamt doch noch einen Gesprächstermin beim Gericht angesetzt. Im Ergebnis durfte O. Heiligabend zu uns, also bis 20 Uhr. D.h. mitten im Geschenke auspacken war Schluss und ich durfte sie wegfahren … Auch die Geschwister haben geweint.

Die Mutter hat kein Problem ihrer Tochter ins Gesicht zu lügen und zu sagen, sie möchte nicht das O. dort ist. Das verwirrt ein Kind natürlich. Beide Eltern sind dagegen? Warum bin ich hier? Nachdem ihr klar wurde, dass die Mutter will, dass sie dort ist, hat sie es zumindest besser verstanden. Die Mutter lässt auch keine Gelegenheit aus, ihrer Tochter zu sagen, ‚Du musst nicht hierbleiben, wenn Du willst kannst Du mit zu mir kommen‘. Ich nenne das Erpressung. Und die Unterbringung Erzwingungshaft.

Zu Weihnachten gab von der Mutter ein Hoverboard. Hat sich O. schon lange gewünscht. Das kann sie auch haben – wenn sie ‚nach Hause‘ kommt. Das Ding darf explizit nicht mit in die Einrichtung, es könnte gestohlen werden. Also für Zeugs ist es der Mutter da zu gefährlich, aber ihre Tochter ist da gut aufgehoben …

Und O. ruft mich nachts an, wenn sie Albträume hat. Ein Beispiel:
Sie ist im Wald und eine Frau verfolgt sie. Die Frau hat bereits O.s Geschwister und mich getötet. Die Frau sieht aus die die Dame vom Jugendamt. Gerettet hat sich O. zu meiner Partnerin. Jetzt jagt die Frau beide durch den Wald. Dann ist O. aufgewacht.

Und auch von uns schläft keiner gut.

Mir ist auch nicht klar, wie Menschen ein Kind ins Heim stecken können und dann heimgehen und fröhlich Weihnachten feiern. Was sind das für Menschen?



Donnerstag, 16. August 2018
Es ist viel passiert
Ich fasse mal zusammen. O. hat sich vor vielen Wochen auf den Weg zum Jugendamt gemacht. Sie wollte nicht länger bei Mutter bleiben. Das Jugendamt hat sie in Obhut genommen und zu mir gegeben. Soweit so gut. War ne schöne Zeit.

Abgesehen von Details: Die Mutter hat mich (rückwirkend) wegen Stalking angezeigt – ich tauche immer wieder bei ihrem Haus auf. Also immer dann, wenn ich O. (wie von der Mutter gerichtlich durchgesetzt) dort abgebe oder abhole. Da sie aber die zuständig Polizistin mit ihren Geschichten besoffen geschmust hat und diese mir nun den Kopf waschen will, werde ich da keine weitere Zeit investieren und einfach abwarten.

Außerdem hat die Mutter einen ‚Zwischenfall‘ auf einem Parkplatz provoziert. Sie hat mich angerempelt und geschubst, dann laut nach Hilfe gerufen und im Anschluss wegen angeblicher Körperverletzung angezeigt. O. war im Auto und hat gesehen was passiert ist und wer aggressiv war. Zitat: „Warum ist das meine Mama?“ Aber – wer hier schon ab und zu gelesen hat weiß es schon – O.s Aussage wird vom Jugendamt etc. einfach ignoriert. Bearbeitet wird es von der gleichen Polizistin …

O. war also vier Wochen komplett bei uns. Danach wurde vom Gericht ein Wechselmodell angeordnet (eine Woche hier, eine Woche dort) und inzwischen nochmal verlängert. Dabei hat der Richter die Wochen getauscht, so das langfristig geplante Termine nun wieder diskutiert werden dürfen … z.B. meine Hochzeit und die Teilnahme meiner Tochter daran …

Es bleibt also spannend und wir kommen nicht zur Ruhe. O. will inzwischen komplett zu uns – was aber das Gericht vermutlich erst akzeptiert, wenn O. von der Mutter mit blauen Flecken kommt.



Mittwoch, 7. März 2018
Warum kann die Helferindustrie nicht helfen?
Oder will sie nicht?
Diese Fragen stelle ich mir von Anfang an. Die Fakten liegen auf dem Tisch, es gibt Studien, Ratgeben, Beispiele aus dem nächsten Umfeld etc. - aber er wird immer weiter in die Katastrophe hinein gehandelt. Naheliegende Lösungen werden ausgeschlagen, Zeit mit Diskussionen von sinnlosen Themen verschwendet.

Nach der Lektüre von "Das Kind In Dir Muss Heimat Finden" verstehe ich es nun.

Nur leider hilft es nicht weiter. Aber es erklärt das anhaltend irrationale Verhalten der (vielen) Damen und (wenigen) Herren.
Ich kann das Buch jedem nur empfehlen, auch wenn der Titel etwas eigenartig anmutet.